Zur Publizistik schriftloser Kulturen in Nordost-Neuguinea
Steyl: Steyler Verlag (1967), 267 pp.
Contains illustrations, maps, bibliogr. pp. 226-248
Table of contents: https://d-nb.info/456518614/04
Series: Veröffentlichungen des Missionspriesterseminars St. Augustin, 18
Other editions: Universität Münster, Doctoral Thesis 1967
Signature commbox: 512:10-Culture 1967
"Dieses Buch ist keine ethnologische Studie, und der Ethnologe wird in ihm kaum wesentlich neue Fakten entdecken. Dem Verfasser ging es hauptsächlich darum, ähnlich wie auf dem Gebiet der christlichen Publizistik der Entwicklungsländer, auch hier eine erste Erkundung zur Publizistik schriftloser Kulturen anzustellen. Es ging also darum, aus der Sicht eines umfassenden Publizistikbegriffes heraus schriftlose Kulturen nach ihrer zwischenmenschlichen Kommunikation, deren Mitteln und Methoden zu befragen. Daß dieses Vorhaben zwei Schwierigkeiten enthält, die kaum im ersten Zugriff gelöst werden können, liegt auf der Hand: Einmal gibt es von publizistik-wissenschaftlicher Seite bisher keine Vorstudien irgendwelcher Art, die das Anliegen des Verfassers hätten fundieren können, und er war deswegen mehr oder weniger auf Daten angewiesen, die die Ethnologie in ihrer Weise eruiert hat. Zum anderen ist sowohl das Gesamtgebiet primitiver Publizistik als auch die gesellschaftliche Eingebundenheit des einzelnen publizistischen Geschehens in den schriftlosen Kulturen so groß, daß eine lückenlose Gesamtdarstellung ohne entsprechende Einzeluntersuchungen einfach noch nicht möglich ist. So versteht sich diese Arbeit als eine wirkliche erste Erkundung." (Vorbemerkung, Seite 12)
"Der Verfasser verlebte einen achtmonatigen Studienaufenthalt ın Nordost-Neuguinea bei den Steyler Missionaren. Dort erwarb er sich mit Unterstützung seiner Mitbrüder die praktischen Kenntnisse über Land und Leute, soweıt die Abfassung seines Werkes dies verlangte. Im Verkehr mit den Eingeborenen der verschiedenen Stämme war er auf das sogenannte Pidjin-Englisch angewiesen, das auch - abgesehen von der Kürze der Zeit - einer tieferen Erfassung der eigentlichen religiösen Probleme dieser Menschen kaum ausreichend ist. Trotzdem bleibt anerkennenswert, daß er aufgrund einer reichhaltigen Lıteratur, die an die 400 Einzelveröffentlichungen zählt (226-246), einer gut fundierten, detaillierten Übersicht seines Forschungsmaterials gelangte. Nach einer längeren Einführung in den Fragenkomplex stellt er die optischen und akustischen Medien als Aussagemittel dar (43-176) und im Anschluß daran die psychologischen Reaktionen der Aussageempfänger (177-190). Dem Kapitel über den primitiv-publizistischen Kommunikationsprozeß (191-122) schließen sich noch einige Reden in Pidjin-Englısch sowie eine Reihe von Sinndeutungen der Trommelsprache an. Dankenswerterweise ist der Arbeit ein sehr anschauliches Bildmaterial beigefügt. Das Buch zeugt von staunenswertem Fleiß und gibt einen umfassenden Überblick nıcht nur über die Vorlagen in Nordost-Neuguinea, sondern auch über solche der benachbarten Gebiete." (Carl Laufer, MSC, in: Zeitschrift für Missionswissenschaft und Religionswissenschaft, Band 54, Heft 2, Seite 144)