Companion AI: Risiken von sykophantischen und suchtfördernden Designs von KI-Systemen, ihre rechtliche Erfassung und Handlungsempfehlungen
Deep Insights
Berlin: Zentrum für Digitalrechte und Demokratie (2026), 82 pp.
Contains 13 illustrations, bibliogr. pp. 80-82
"Diese Studie untersucht Risiken von KI-Systemen, die im fortlaufenden Dialog mit Nutzern Emotionen erkennen, persönliche Bedürfnisse adressieren und darauf reagieren. Chatbots mit dieser Funktionalität werden als Companion-AI bezeichnet. Sie sind hochgradig personalisiert und treten Nutzern als soziales Gegenüber entgegen, das freundschaftliche, romantische oder sexuelle Nähe simuliert. Menschen können zu solchen Systemen eine emotionale Bindung aufbauen. Der Fokus liegt nicht nur auf spezifischen Companion-Anwendungen wie Replika oder Character.AI, sondern auch auf Universalmodellen wie ChatGPT, Claude, Gemini, Grok oder Meta-AI. Diese Systeme werden zunehmend für persönliche, emotionale und beratende Gespräche genutzt. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Companion-AI mehrere eng miteinander verbundene Risikodimensionen erzeugt.
Psychische und physische Gesundheit: Companion-AI trifft auf eine Gesellschaft, in der Einsamkeit und psychische Belastungen zunehmen, während professionelle Versorgungsangebote knapp sind. Die möglichen Risiken sind klinisch belegt. Die Nutzung kann psychische Belastungen verursachen oder verstärken und in Einzelfällen gravierende Gesundheitsfolgen auslösen. Dokumentiert sind die Verschlimmerung psychotischer Zustände, die Verstärkung depressiver Muster und Angststörungen, suchtartige Bindungen mit Entzugssymptomen sowie die Erosion sozialer Kompetenzen, etwa eine messbar reduzierte Konfliktfähigkeit nach längerer Interaktion mit Companion-AI. Öffentlich bekannt gewordene Vorfälle sind in der Vorfall-Datenbank der Studie dokumentiert.
Eingriff in die Privatsphäre: Companion-AI animieren Nutzer kontinuierlich zur Selbstoffenbarung und greifen damit in sensible Gedanken und die intime Gefühlssphäre der Nutzer ein. Zugleich ermöglicht die fortlaufende Interaktion eine zunehmend verdichtete Profilbildung.
Entscheidungsautonomie und demokratische Meinungsbildung: Companion-AI können sowohl die Qualität von Informationen als auch die Entscheidungsautonomie der Bürger beeinträchtigen. Die Mechanismen, die Nähe und Vertrauen erzeugen, beeinflussen zugleich die Generierung, Aufnahme und Gewichtung von Informationen. Sykophanz, also die unkritische Bestätigung von Nutzeransichten, beeinträchtigt Genauigkeit und Verlässlichkeit der Antworten messbar. Sprachmodelle werden zunehmend als primäre Quelle der Informationssuche genutzt. Wenn dieselben Systeme Informationen erzeugen, beschaffen und präsentieren, fallen Selektion und Aufbereitung in einer Hand zusammen. Werbe- und interessengeleitete Einflussnahme greift dann nicht mehr nur in einzelne Kaufentscheidungen ein, sondern in die Voraussetzungen öffentlicher Meinungs- und demokratischer Willensbildung." (Executive summary, Seite 5)
Psychische und physische Gesundheit: Companion-AI trifft auf eine Gesellschaft, in der Einsamkeit und psychische Belastungen zunehmen, während professionelle Versorgungsangebote knapp sind. Die möglichen Risiken sind klinisch belegt. Die Nutzung kann psychische Belastungen verursachen oder verstärken und in Einzelfällen gravierende Gesundheitsfolgen auslösen. Dokumentiert sind die Verschlimmerung psychotischer Zustände, die Verstärkung depressiver Muster und Angststörungen, suchtartige Bindungen mit Entzugssymptomen sowie die Erosion sozialer Kompetenzen, etwa eine messbar reduzierte Konfliktfähigkeit nach längerer Interaktion mit Companion-AI. Öffentlich bekannt gewordene Vorfälle sind in der Vorfall-Datenbank der Studie dokumentiert.
Eingriff in die Privatsphäre: Companion-AI animieren Nutzer kontinuierlich zur Selbstoffenbarung und greifen damit in sensible Gedanken und die intime Gefühlssphäre der Nutzer ein. Zugleich ermöglicht die fortlaufende Interaktion eine zunehmend verdichtete Profilbildung.
Entscheidungsautonomie und demokratische Meinungsbildung: Companion-AI können sowohl die Qualität von Informationen als auch die Entscheidungsautonomie der Bürger beeinträchtigen. Die Mechanismen, die Nähe und Vertrauen erzeugen, beeinflussen zugleich die Generierung, Aufnahme und Gewichtung von Informationen. Sykophanz, also die unkritische Bestätigung von Nutzeransichten, beeinträchtigt Genauigkeit und Verlässlichkeit der Antworten messbar. Sprachmodelle werden zunehmend als primäre Quelle der Informationssuche genutzt. Wenn dieselben Systeme Informationen erzeugen, beschaffen und präsentieren, fallen Selektion und Aufbereitung in einer Hand zusammen. Werbe- und interessengeleitete Einflussnahme greift dann nicht mehr nur in einzelne Kaufentscheidungen ein, sondern in die Voraussetzungen öffentlicher Meinungs- und demokratischer Willensbildung." (Executive summary, Seite 5)
Executive Summary, 5
I. EINLEITUNG, 13
II. DAS PROBLEMFELD, 14
Erscheinungsformen von Companion-AI -- Nutzungszahlen -- Gefälligkeitsverhalten (Sykophancy) als charakteristisches Merkmal von Companion-AI
III. SCHADENSTAXONOMIE, 19
1 Psychische und physische Gesundheitsfolgen, 19
2 Belastung persönlicher Beziehungen und Sozialverhalten, 24
3 Normalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt und Verbreitung misogyner Stereotype im Rahmen von Rollenspielen, 28
4 Risikoerhöhung für Informationsintegrität und Entscheidungsautonomie, 31
5 Verschärfte Eingriffe in die Privatheit durch verdichtete Profilbildung, 37
IV. DOKUMENTIERTE FALLBEISPIELE – DIE COMPANION-AI VORFALL-DATENBANK, 39
V. ZENTRALE SCHADENSERZEUGENDE WIRKMECHANISMEN, 40
1 Opportunistisches Gefälligkeitsverhalten (Sykophanz), 41
2 Emotionale Bindungs- und Abhängigkeitserzeugung, 44
3 Zwischenfazit, 50
4 Optimierung auf Engagement und Retention, 51
VI. REGULATORISCHE ERFASSUNG VON CAI-RISIKEN UND SCHUTZDEFIZITE, 52
1 Vorwort zu Grenzen rechtlicher Steuerung und die Bedeutung von KI-Kompetenz, 53
2 Schutz vor Risiken durch Manipulative Praktiken, 54
3 KI-VO und DSA als einschlägige Digitalgesetze, 54
4 Schutz informationeller Selbstbestimmung / Privatheit, 73
5 Straf- und zivilrechtliche Verantwortlichkeit bei Gesundheitsschäden, 76
6 Schutz vor Normalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt und Verbreitung misogyner Stereotype, 78
I. EINLEITUNG, 13
II. DAS PROBLEMFELD, 14
Erscheinungsformen von Companion-AI -- Nutzungszahlen -- Gefälligkeitsverhalten (Sykophancy) als charakteristisches Merkmal von Companion-AI
III. SCHADENSTAXONOMIE, 19
1 Psychische und physische Gesundheitsfolgen, 19
2 Belastung persönlicher Beziehungen und Sozialverhalten, 24
3 Normalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt und Verbreitung misogyner Stereotype im Rahmen von Rollenspielen, 28
4 Risikoerhöhung für Informationsintegrität und Entscheidungsautonomie, 31
5 Verschärfte Eingriffe in die Privatheit durch verdichtete Profilbildung, 37
IV. DOKUMENTIERTE FALLBEISPIELE – DIE COMPANION-AI VORFALL-DATENBANK, 39
V. ZENTRALE SCHADENSERZEUGENDE WIRKMECHANISMEN, 40
1 Opportunistisches Gefälligkeitsverhalten (Sykophanz), 41
2 Emotionale Bindungs- und Abhängigkeitserzeugung, 44
3 Zwischenfazit, 50
4 Optimierung auf Engagement und Retention, 51
VI. REGULATORISCHE ERFASSUNG VON CAI-RISIKEN UND SCHUTZDEFIZITE, 52
1 Vorwort zu Grenzen rechtlicher Steuerung und die Bedeutung von KI-Kompetenz, 53
2 Schutz vor Risiken durch Manipulative Praktiken, 54
3 KI-VO und DSA als einschlägige Digitalgesetze, 54
4 Schutz informationeller Selbstbestimmung / Privatheit, 73
5 Straf- und zivilrechtliche Verantwortlichkeit bei Gesundheitsschäden, 76
6 Schutz vor Normalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt und Verbreitung misogyner Stereotype, 78