Die Shoah im Comic seit 2000: Erinnern zeichnen
Berlin; Boston: de Gruyter (2021), 366 pp.
Contains illustrations, bibliogr. pp. 335-350, index
Series: Medien und Kulturelle Erinnerung Series, 5
ISBN 978-3-11-071200-1
"Wie erinnern künftige Generationen an die Shoah, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind? Die Comics der vergangenen Jahre geben Hinweise darauf: Während die Kinder noch versuchen, Anschluss an die nicht mehr selbst erlebte, aber gleichwohl als einschneidend erfahrene Vergangenheit ihrer Eltern herzustellen – und sich davon zu emanzipieren –, beschäftigt sich die Enkelgeneration primär mit der Tatsache, dass sie die Shoah hauptsächlich medial oder aus zweiter Hand erzählt bekommt. Um die Geschehnisse besser zu verstehen, versuchen die jüngeren Autorinnen und Autoren, das Bezeugen der historischen Ereignisse selbst nachzuempfinden oder versetzen die Handlung gleich gänzlich ins Jetzt – wo die Shoah vor allem als Spuren und Spätfolgen zu ihnen vordringt. So holen sie Vergangenes eindringlich in die Gegenwart und üben ihrerseits Kritik an Darstellungen, die eher Distanz als Nähe zur Shoah erzeugen. In neueren Comics wollen sie nicht mehr nur von einer vermeintlich fernen Vergangenheit erzählen, sondern deren Auswirkungen und Parallelen in der eigenen Lebenswelt verstehen. So besteht die Chance, die Shoah auch anderen zu vermitteln, die keinen persönlichen Bezug zur Geschichte mehr haben können – und damit dem Vergessen etwas entgegenzusetzen. Diese Arbeit ordnet die Comics in die gegenwärtige Entwicklung ein, liefert eine kurze Geschichte des Sujets "Shoah-Comic" und entwickelt dazu eine Theorie des erinnernden Comics. Zusätzlich werden Werke von Autorinnen und Autoren der Kinder- und Enkelgeneration untersucht und miteinander verglichen, darunter Comics von Michel Kichka, Bernice Eisenstein, Rutu Modan, Barbara Yelin und Reinhard Kleist." (Verlagsbeschreibung)
1 EINLEITUNG, 1
Geerbte Erinnerungen -- Die Shoah im Comic: Perspektiven und Forschungsüberblick -- Zum Status des Bildlichen in grafischer Literatur
2 ERINNERUNG IN GRAFISCHER LITERATUR, 36
Untersuchungsparameter und theoretische Grundlagen zur Analyse -- Gerahmte Dimensionen -- Bilderlesen, Textbetrachten -- Art Spiegelmans Graphic Novel als Referenzwerk? -- Konventionsbildung und Wege zum Paradigmenwechsel: Die Post-MAUS-Phase
3 ANALYSEN, 142
Zeitgenössische grafische Literatur zur Shoah: Thesen und Potenziale -- Autobiografie: Michel Kichkas Deuxième génération. Ceque n’ai pas dità mon père (2012) -- Zwischen den Genres: Bernice Eisensteins I Was a Child of Holocaust Survivors (2006) -- Kontinuität und Nachwirkung: Rutu Modans Das Erbe (The Property, 2013) -- Erinnerungsloses Erzählen: Barbara Yelins Irmina (2014) -- Fortschreiben in der Adaption: Reinhard Kleists Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft (2012)
4 SCHLUSSBETRACHTUNGEN, 314
Geerbte Erinnerungen -- Die Shoah im Comic: Perspektiven und Forschungsüberblick -- Zum Status des Bildlichen in grafischer Literatur
2 ERINNERUNG IN GRAFISCHER LITERATUR, 36
Untersuchungsparameter und theoretische Grundlagen zur Analyse -- Gerahmte Dimensionen -- Bilderlesen, Textbetrachten -- Art Spiegelmans Graphic Novel als Referenzwerk? -- Konventionsbildung und Wege zum Paradigmenwechsel: Die Post-MAUS-Phase
3 ANALYSEN, 142
Zeitgenössische grafische Literatur zur Shoah: Thesen und Potenziale -- Autobiografie: Michel Kichkas Deuxième génération. Ceque n’ai pas dità mon père (2012) -- Zwischen den Genres: Bernice Eisensteins I Was a Child of Holocaust Survivors (2006) -- Kontinuität und Nachwirkung: Rutu Modans Das Erbe (The Property, 2013) -- Erinnerungsloses Erzählen: Barbara Yelins Irmina (2014) -- Fortschreiben in der Adaption: Reinhard Kleists Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft (2012)
4 SCHLUSSBETRACHTUNGEN, 314