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Transkulturelle Medien und Kommunikation

Baden-Baden: Nomos (2025), 169 pp.

Contains bibliogr. pp. 149-162

Series: Studienkurs Medien & Kommunikation

ISBN 978-3-7560-0293-1 (pbk), 978-3-7489-3683-1 (pdf)

"Ein zentraler Aspekt des Buches ist die Betrachtung der „kulturellen Folgen“ eines globalen Medienbooms und der zunehmenden Globalisierung von medienvermittelter Kommunikation seit den 1980er‑Jahren. Die Digitalisierung hat die Konvergenz von unterschiedlichsten Medien und Technologien beschleunigt, sodass mittlerweile Phänomene wie die algorithmische Logik und Plattformisierung zunehmend die medienvermittelte Kommunikation prägen und verändern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Migration und Mobilität. Die steigende Zahl multilokaler Familien und ihre medienvermittelten Praktiken der familiären Fürsorge über Grenzen und Zeitzonen hinweg ist nur ein Beispiel, das die Relevanz von Forschungen unterstreicht, welche sich eingehender mit dem Medienhandeln von Menschen in zunehmend diasporisch und transkulturell geprägten Lebenswelten und Kontexten befasst. Der Band betont außerdem die wachsende Bedeutung globaler und transregionaler Perspektiven in der interdisziplinären Medien- und Kommunikationsforschung. Anstelle national definierter Medienmärkte treten grenzüberschreitende Verflechtungen, mobile Akteur:innen und vor allem Medienpraktiken in den Vordergrund, an denen sich transkulturelle Dynamiken besonders gut aufzeigen lassen.
Als zentraler theoretischer Bezugspunkt wird das Konzept der Transkulturalität am Anfang des Buches eingeführt. Es dient als begrifflicher Zugang zu einem Forschungsgebiet, das für viele kultur- und sozialwissenschaftliche Disziplinen in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Dass in der – friedlichen oder auch gewaltvollen – Begegnung mit anderen kulturellen Strömungen fortlaufend Neues entsteht, selbst wenn verstärkte Abgrenzungs- oder Entflechtungsbestrebungen letztlich das Ergebnis dieses kulturellen Kontakts sind, wird inzwischen als erwiesen betrachtet. Durch die Vorstellung relevanter Beispiele und bisher weniger stark beleuchteter Forschungsfelder möchte der Band die Lesenden dazu an, eigene weiterführende Forschungsfragen und thematische Interessen zu entwickeln." (Einleitung, Seite 7)
"Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind Fallbeispiele, die häufig auf Asien und Afrika sowie die zu ihnen gehörenden diasporischen Kontexte Bezug nehmen. Diese geografische und trans/regionale Schwerpunktsetzung ist kein Zufall: Sie spiegelt die langjährige wissenschaftliche Auseinandersetzung der Autorin dieses Buches mit transkulturellen Medienpraktiken im Rahmen der zunehmend global ausgerichteten Südasien-Studien wider, einem multidisziplinären regionalwissenschaftlichen Fach, in dem sie seit vielen Jahren als Lehrende und Forschende am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin tätig ist. Gerade aus der Perspektive dieser trans/regionalen Kontexte lässt sich wiederum sehr gut untersuchen, wie sich transkulturelle Medienpraktiken und globaler Vernetzungen vielfach in kritischer Auseinandersetzung mit einer fortbestehenden Kolonialität und den damit zusammenhängenden Machtasymmetrien herausbilden. Entsprechend verdeutlichen die vorgestellten Konzepte und methodologischen Ansätze auch, dass transkulturelle Dynamiken sich häufig im Kontext von Widerstand und (Re-)Claiming gegen bestehende Machtverhältnisse entfalten. An ausgewählten Forschungsfeldern transkultureller Kommunikation und Medien wird beschrieben, wie diese als Räume für neue Aushandlungen über eigene Narrative fungieren und wie beispielsweise lokale Akteur:innen globale Medienformate neu adaptieren, dadurch zugleich verändern und weiterentwickeln. Auch hierbei wird deutlich, dass Transkulturalität kein abstraktes Konzept ist, sondern in den konkreten Medienpraktiken und kommunikativem Handeln verankert ist und sichtbar wird." (Seite 8)
1. Vorstellungen von Kultur und kultureller Identität im Wandel, 11
2. Transkulturelle Medienkulturen: Begriffliche und methodologische Zugänge, 39
3. Multilokalität und diasporische Identitäten in transkulturellen Lebenswelten, 69
4 Forschungsfelder der transkulturellen Kommunikation: kulturelle Aneignung und Rückgabe, 101
5. Forschungsfelder transkultureller Medienpraktiken, 131